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Erlebnisse mit einem energetisch geordneten Ultraleicht-Flugzeug

Opps - gerade bin ich aufgewacht und habe mit der ersten Tasse Kaffee in der Hand aus dem Fenster gesehen: heute ist ja ein super Wetter. Erst konnte ich es gar nicht glauben, da es die letzten Wochen meistens geregnet hat. Termine stehen auch keine im Kalender und die militärischen Übungsflüge scheinen heute woanders stattzufinden. Tja - da gibts nur eins: ab zum Flugfeld und rein ins Ultraleicht- Flugzeug.

Das macht seit einiger Zeit nämlich wieder mehr Spaß, da ich den Vogel, den ich mir ab und an ausleihe, mit einem Benzin-Verbrennungsordner und einem starken Luftreiniger ausgerüstet habe. Der Motor schnurrt seither wie ein Kätzchen, das nach einer Dose Katzenfutter auf meinem Schoss liegt und die Luft fühlt sich an wie Öl, kaltgepresstes natürlich, und nicht so zerrissen und bockig, wie das früher der Fall war.

Auf der Weise standen schon eine Reihe anderer ULs an denen eifrig herum geschraubt wurde. Überall lagen Flügel, Helme und auch der eine oder andere Flugpassagier herum und harrten der Dinge, die da jetzt kommen sollten.

Moin, moin - na wie schaut´s aus?? Es gab Ostwind, 10 Knoten zwei Achtel Cumuli, Thermik ab 11.00 Uhr und für jeden eine Flasche Apfelsaft zur Einstimmung - nun dann starten wir eben Richtung Wald. Mein UL war bereits aufgebaut und der Motor lief gerade warm.

Ich checkte noch einmal die Flügelverbindungen, Sicherungssplinte und den Reifenluftdruck, dann hielt mich nichts mehr - einsteigen.

Windschutzscheibe zu und ab ging die Post. Die Wiese war vom Regen noch etwas aufgeweicht und es quatschte unter den Reifen, als ich zum Ende der Wiese rollte. Jetzt noch die Magnetkontrolle und mit Vollgas fegte ich über den Acker bis ich die Erde unter mir ließ und die Luft mich trug.

Heissa - da geht nichts drüber: das muss auch ein Rabe gedacht haben, der meine Bahn kreuzte und sich am Kopf kratzte, als ich vorüberzog. Der Wind war lau und völlig glatt und lauschte der Luftströmung, die an Flügel und Kabine entlangstrich, während die Landschaft unter mir auf Spielzeuggröße zusammenschrumpfte.

Wo wollte ich eigentlich hin? - fast hatte ich meine Flugplanung vergessen und schaute kurz auf die Karte: hmm, ahhh, äh, ja richtig, erstmal über den Neckar bei Heilbronn und dann rechts entlang der Löwensteiner Berge und in Höhe Bietigheim zurück. Die Sonne schien, ich hatte die Reiseflughöhe von 700 Meter über Grund erreicht und hätte mal meine Butterbrote auspacken können - leider hatte ich keine dabei. Dafür aktivierte ich den Bezinverbrennungsorder und den Luftreiniger mit meiner bewussten Zuwendung und genoss die Ruhe, die sich um mich ausbreitete.

Der Neckar glitt unter mir durch, und der Flieger hüpfte in den Aufwind ein weinig herum. Unter mir sah ich die geschäftig umherflitzenden Autos, Traktoren auf den Feldern, rauchende Fabrikschornsteine - arme Welt, wo wollte ihr denn alle hin, hier oben ist es doch viel schöner. Ich schaute nach Süden - ob man mit so einem Flugzeug wohl nach Afrika fliegen kann? Vielleicht mit etwas größeren Tanks, das Minizelt an der Tragflächenstrebe festgezurrt und das Gepäck auf dem rechten sitz. Die Wüste ist ja riesengroß und auf Sand kann man mit dem UL sicher super landen.

Bietigheim - ich legte das UL in eine weite Rechtskurve. Oder vielleicht Schweden, wo es tausende von Seen und Wald ohne Ende gibt. Ich stellte mir das UL mit Schwimmern vor, gemütlich vor einer Holzhütte im Wasser dümpelnd, in der ich für einige Zeit meinen Urlaub verbringe.

Oder doch die Berge, auf den Gipfeln und in den Karen noch Schneereste vom letzten Winter, in den Tälern bereits das saftige Grün der Wiesen sicherlich eine tolle Sache, durch Täler und um Gipfel herumzufliegen und neben einer jungen Sennerin auf 2000 Meter Höhe zu landen - ja gut, das ist nicht erlaubt, aber man darf doch wohl noch träumen.

Der kleine Flugplatz kam in Sicht und ich nahm das Gas zurück, Platzrunde und butterweiche Landung. Die anderen schraubten noch immer an ihren Motoren, wohl um sie noch besser zu machen, um das letzte herauszuholen. Bei einer Zigarette schaute ich Ihnen zu, wie sie sich abmühten. Gönnt Euch doch eine Luftreiniger und einen Benzinverbrennungsorder, dachte ich noch, dann hätte Ihr mehr Spaß am Fliegen und würdet nicht weiter auf der Suche sein. Denn Leben kann einfach sein, wenn man das richtige tut und entscheidet.

Dr. Michael Kaiser


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